Professionelle Gesprächsführung Weiterbildung | INITIAL-Akademie

Seminarstruktur

6 Module – Von den Grundlagen bis zur Psychologie

Aufeinander aufbauende Lerneinheiten vermitteln das vollständige Handwerkszeug für professionelle Führungsgespräche – mit konkreten Techniken, Leitfäden und Praxisübungen.

01

Grundlagen der Gesprächsführung

Kommunikationsmodelle, aktives Zuhören und Fragetechniken als Fundament jedes professionellen Gesprächs.

02

Interviewtechniken im Überblick

Strukturierte, halbstrukturierte und narrative Interviews – wann welche Methode wirkt.

03

Fehleridentifikations-Interview

Sachliche Ursachenanalyse statt Schuldzuweisung – mit 5-Phasen-Ablauf und konkretem Frageleitfaden.

04

Interview zur Krankstandsreduktion

Rückkehrgespräch, Fehlzeitengespräch und BEM nach § 167 SGB IX rechtssicher führen.

05

Gewaltfreie Kommunikation

Das 4-Schritte-Modell nach Rosenberg für schwierige Gespräche ohne Eskalation.

06

Vorbereitung, Nachbereitung & Dokumentation

Professionelle Vorbereitung, Protokollierung und Follow-up als Qualitätssicherung.

Modul 01

Grundlagen der Gesprächsführung

Jedes professionelle Führungsgespräch baut auf denselben Grundlagen auf: einem klaren Kommunikationsmodell, echter Zuhörkompetenz und dem gezielten Einsatz von Fragen. Das Modell nach Schulz von Thun zeigt, dass jede Aussage vier Dimensionen trägt – Sache, Selbstoffenbarung, Beziehung und Appell.

  • Vier-Ohren-Modell: Jede Nachricht auf allen Ebenen verstehen
  • Aktives Zuhören: Paraphrasieren, Verbalisieren, Zusammenfassen
  • Körpersprache und Gesprächsatmosphäre bewusst einsetzen
  • Gesprächshindernisse erkennen und auflösen
Nachricht 4 Ebenen Sachebene Fakten & Informationen Selbstoffenbarung Was sage ich über mich? Appell Was will ich erreichen? Beziehungsebene Wie stehe ich zu Ihnen?
Schulz von Thun – 4 Ebenen

Fragetechniken im Führungsgespräch

Die Wahl der Fragetechnik bestimmt, ob Tiefe und Lösungsraum entstehen oder das Gespräch sich schließt.

Offene Fragen

Fördern Reflexion und ermöglichen freie Schilderung. Ideal zur Gesprächseröffnung und Ursachenforschung.

„Was war aus Ihrer Sicht der ausschlaggebende Faktor?"

Geschlossene Fragen

Klären Fakten mit Ja/Nein-Antwort. Gezielt einsetzen zur Verifikation – nicht als Gesprächsstil.

„Waren die Anweisungen zum Zeitpunkt des Vorfalls bekannt?"

Zirkuläre Fragen

Ermöglichen Perspektivwechsel. Wirksam bei Konflikten und systemischer Ursachenanalyse.

„Was glauben Sie, wie Ihr Team die Situation erlebt hat?"

Hypothetische Fragen

Öffnen Lösungsraum durch gedankliche Zukunftsprojektion. Besonders wertvoll in der Maßnahmenphase.

„Was würden Sie beim nächsten Mal anders tun?"
Modul 02

Interviewtechniken im Überblick

Nicht jedes Gespräch braucht dieselbe Methode. Führungskräfte lernen, situativ zwischen drei Interviewformaten zu wählen – und verstehen, welche Struktur in welchem Kontext die besten Ergebnisse liefert.

  • Strukturiertes Interview: Höchste Vergleichbarkeit, ideal für Fehlerprotokolle
  • Halbstrukturiertes Interview: Leitfaden plus offener Raum – für BEM und Rückkehr
  • Narratives Interview: Tiefste Einsichten durch freie Erzählung – für Vertrauensaufbau
  • Auswahl nach Anlass, Beziehung und gewünschter Gesprächstiefe
Strukturiert Feste Fragen Hohe Vergleichbarkeit Fehlerprotokoll Formale Gespräche Struktur: hoch Halbstrukturiert Leitfaden + Raum Vertiefung möglich BEM-Gespräche Rückkehrgespräche Struktur: mittel Narrativ Freie Erzählung Tiefe Einsichten Sensible Themen Vertrauensaufbau Struktur: offen
3 Methoden im Vergleich
Modul 03

Das Fehleridentifikations-Interview

Fehler sind Systemsignale – keine Charakterfehler. Führungskräfte lernen, mit einem strukturierten Ablauf die eigentlichen Ursachen zu finden: sachlich, lösungsorientiert und ohne Schuldzuweisung.

  • Eröffnung: Vertrauen schaffen, Zweck transparent machen
  • Schilderung: Mitarbeiter erzählt frei – Führungskraft hört aktiv zu
  • Analyse: Systemische und individuelle Ursachen gemeinsam beleuchten
  • Lösungsraum: Maßnahmen erarbeiten, Verantwortlichkeiten klären
  • Abschluss: Vereinbarungen protokollieren, nächste Schritte festhalten

Richtig vorgehen

  • Sachlich und faktenbasiert
  • Ich-Botschaften statt Vorwürfe
  • Systemfaktoren aktiv erfragen
  • Ergebnis protokollieren

Vertrauen zerstören

  • Schuld ohne Analyse zuweisen
  • Absicht unterstellen
  • Mit anderen vergleichen
  • Unvorbereitet beginnen
1 · Eröffnung Vertrauen schaffen · Gesprächszweck klären 2 · Schilderung Frei erzählen lassen · Aktiv zuhören 3 · Analyse Systemische & individuelle Ursachen 4 · Lösungsraum Maßnahmen · Verantwortlichkeiten 5 · Abschluss Vereinbarung · Protokoll · Follow-up
5-Phasen-Trichter
Modul 04

Interview zur Krankstandsreduktion

Fehlzeiten ansprechen – ohne Druck aufzubauen. Führungskräfte lernen die drei zentralen Gesprächsformate und üben, wie sie Wertschätzung und Klarheit gleichzeitig transportieren.

  • Rückkehrgespräch: 5–15 Minuten nach jeder Abwesenheit – Fürsorge signalisieren
  • Fehlzeitengespräch: Ab definiertem Schwellwert – Muster erkennen, Ursachen erfragen
  • BEM: Ab 42 Tagen nach § 167 SGB IX – Vertraulichkeit und Freiwilligkeit sicherstellen
  • Gesprächsprinzipien: Wertschätzung, Vertraulichkeit, Verbindlichkeit und Follow-up
Tag 1 Rückkehrgespräch Nach jeder Abwesenheit Fürsorge signalisieren 5–15 Minuten ab Schwellwert Fehlzeitengespräch Muster erkennen Ursachen erfragen Protokoll führen ab 42 Tagen BEM-Gespräch § 167 SGB IX Freiwillig & vertraulich Ressourcenfokus
3 Gesprächsformate
Modul 05

Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg

GFK ist keine Weichspüler-Kommunikation – es ist eine Präzisionssprache. Das 4-Schritte-Modell ermöglicht Klarheit ohne Verletzung und schafft die Grundlage für echte Kooperation auch in schwierigen Gesprächen.

1

Beobachtung

„Was sehe ich konkret?"

Fakten ohne Bewertung oder Interpretation schildern – was ist tatsächlich passiert, nicht was es bedeutet.

2

Gefühl

„Wie fühle ich mich dabei?"

Eigene Emotionen benennen – keine als Gefühle getarnten Vorwürfe. „Ich bin besorgt" statt „Ich fühle mich verraten."

3

Bedürfnis

„Was brauche ich?"

Das dahinterliegende Bedürfnis transparent machen. „Ich brauche Verlässlichkeit" – nicht Forderungen an andere.

4

Bitte

„Was erbitte ich?"

Konkrete, erfüllbare, positive Bitte – echte Einladung zur Kooperation, keine verkleidete Forderung.

GFK in der Praxis – Vorher / Nachher

Ohne GFK – Gespräch eskaliert
„Sie sind immer unzuverlässig! Das darf nicht nochmal vorkommen!"
Mit GFK – Gespräch öffnet sich
„Der Bericht kam dreimal zu spät – das macht mir Sorgen. Ich brauche Verlässlichkeit. Würden Sie beim nächsten Mal zwei Tage vorher Bescheid geben?"
Modul 06

Vorbereitung, Nachbereitung & Dokumentation

Professionelle Gesprächsführung beginnt vor dem ersten Wort. Dieses Modul vermittelt, wie Vorbereitung, Protokollierung und konsequentes Follow-up aus einem Gespräch echte und messbare Veränderung machen.

  • Gesprächsziel definieren: Was soll am Ende erreicht sein?
  • Fakten und Ereignisse vor dem Gespräch systematisch sichten
  • Emotionsmanagement: Eigene Haltung reflektieren, Vorurteile ablegen
  • Protokoll direkt nach dem Gespräch – Vereinbarungen und Verantwortlichkeiten festhalten
  • Follow-up und Wirksamkeitsprüfung: Wurden Vereinbarungen eingehalten?
„Professionelle Gesprächsführung ist kein Talent – sie ist eine erlernbare Kompetenz."
Gesprächsvorbereitung Gesprächsziel definieren Fakten und Daten prüfen Frageleitfaden vorbereiten Ruhigen Raum reservieren Eigene Haltung reflektieren Nachbereitung: Protokoll · Follow-up · Wirksamkeit
Checkliste Vorbereitung

Vertiefung – Psychologie der Fehler

Warum Menschen Fehler machen und Fehlentscheidungen treffen

Fehler entstehen selten aus Absicht. Sie entstehen aus kognitiven Automatismen, Stress und systemischen Faktoren. Führungskräfte, die das verstehen, führen Gespräche ohne Vorverurteilung.

6 kognitive Verzerrungen – Einfluss auf Führungsgespräche

Wie stark verzerrt jedes Denkmuster die Urteilsbildung im Gespräch – und wie häufig tritt es auf?

Einfluss auf Urteilsbildung → 25% 50% 75% 100% Bestätigungsfehler Confirmation Bias 92% Gruppendenken Groupthink 84% Anker-Effekt Anchoring Bias 76% Dunning-Kruger Kompetenzüberschätzung 71% Planungsirrtum Planning Fallacy 65% Verfügbarkeitsheuristik 58%

Die „Dirty Dozen" – 12 situative Fehlerfaktoren

Aus der Luftfahrtpsychologie (Gordon Dupont): Diese 12 Faktoren begünstigen Fehler in jedem Arbeitsumfeld. Intensität = Häufigkeit als Gesprächsauslöser.

Kommunikationsfehler Häufigster Auslöser · 95% Unklare Ansagen, fehlendes Feedback Ablenkung Sehr häufig · 90% Fokus verloren, Unterbrechungen Stress & Druck Sehr häufig · 88% Zeitdruck, Arbeitsüberlastung Zeitmangel Häufig · 85% Abkürzungen, Checks übersprungen Erschöpfung Häufig · 82% Übermüdung, eingeschränkte Wahrnehmung Selbstgefälligkeit Mittel · 78% Routine trübt die Aufmerksamkeit Wissensmangel Mittel · 72% Fehlende Ausbildung, Wissenslücken Teamdynamik Mittel · 68% Gruppendruck, Hierarchieangst Normmissachtung 62% Ressourcenmangel 58% Wahrnehmungsfehler 54% Unklare Aufgaben 50% häufig mittel seltener

Ihr Lernergebnis

Was Führungskräfte nach diesem Seminar können

Konkrete Kompetenzen, die sofort im Führungsalltag wirken – messbar, anwendbar, nachhaltig.

1

Gespräche strukturiert vorbereiten und mit klarem Leitfaden führen

2

Fragetechniken situativ und zielgerichtet einsetzen

3

Interviewmethode nach Anlass und Ziel bewusst auswählen

4

Fehleranalyse-Interviews sachlich und lösungsorientiert gestalten

5

Rückkehrgespräche und BEM-Gespräche rechtssicher und wertschätzend führen

6

Gewaltfreie Kommunikation in der täglichen Führungsarbeit anwenden

7

Kognitive Verzerrungen erkennen und im Gespräch gegensteuern

8

Gespräche professionell dokumentieren und verbindlich nachverfolgen

Zielgruppe

Für wen ist dieses Seminar?

Das Seminar richtet sich an alle, die professionell mit Führungskräften arbeiten oder selbst Gespräche auf höchstem Niveau führen wollen.

Coaches & Berater

Die Führungskräfte in ihrer Gesprächskompetenz ausbilden und entwickeln

Trainer & Weiterbilder

Die Seminare zur Gesprächsführung für Unternehmen durchführen

Führungskräfte

Die schwierige Gespräche eigenverantwortlich besser führen wollen

HR & Personalentwicklung

Die interne Gesprächskultur systematisch aufbauen und verbessern wollen

Seminarformat

Flexible Durchführung – maßgeschneidert für Ihr Unternehmen

Inhouse-Seminar

Direkt in Ihrem Unternehmen – mit realen Fallbeispielen aus Ihrer Branche für maximalen Praxistransfer.

Live-Online-Format

Interaktive Online-Durchführung mit Breakout-Räumen, Rollenspielen und Live-Feedback.

Blended Learning

Präsenz-Workshop kombiniert mit digitalen Lernmodulen für nachhaltigen Kompetenztransfer über die Zeit.

1:1-Coaching für Führungskräfte

Persönliches Einzelcoaching für konkrete aktuelle Gesprächssituationen.

Seminardetails

Dauer1–2 Tage (nach Absprache)
FormatPräsenz, Online, Blended
Teilnehmer8–16 Personen
ZertifikatINITIAL-Teilnahmezertifikat
PreisAuf Anfrage / Inhouse
SpracheDeutsch
Kostenloses Beratungsgespräch

Unverbindlich – in 30 Minuten klären wir, was zu Ihnen passt.

Häufige Fragen

Fragen zum Seminar

Das Seminar ist branchenunabhängig und wurde bereits für Produktions-, Dienstleistungs- und Gesundheitsunternehmen durchgeführt. Alle Fallbeispiele werden auf Ihre Branche abgestimmt.
Ja, das ist sogar die bevorzugte Form. Inhouse-Seminare ermöglichen die Arbeit mit realen Situationen aus Ihrem Unternehmen. Inhalte, Dauer und Format werden individuell abgestimmt.
Absolut – mindestens 50 % des Seminars sind praxisorientiert: Rollenspiele zu Fehleranalyse-Interviews, Rückkehrgesprächen und GFK-Übungen, jeweils mit Beobachterstruktur und qualitativem Feedback.
Keine spezifischen Vorkenntnisse erforderlich. Das Seminar ist sowohl für erfahrene Führungskräfte als auch für Coaches und Trainer konzipiert, die ihre Methodenkompetenz erweitern wollen.
Der Fokus liegt ausschließlich auf schwierigen Führungsgesprächen – Fehleranalyse, Fehlzeiten, BEM – und verbindet Interviewtechniken mit psychologischen Grundlagen und GFK. Es ist deutlich tiefergehend als allgemeine Kommunikationsschulungen.

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